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18. August 2017
Analyse: Zerstörerisches Derecho zieht über Ostbayern


Shelfcloud, Wallcloud und Funnelcloud an einem Tag


Nach einigen gewitterlosen Tagen seit dem 16. Mai stand ich am heutigen Pfingstmontag wieder einmal in Alarmbereitschaft. Der Grund dafür lag in einem umfangreichen Höhentrog östlich von uns, an dessen Rückseite feuchtere Luft nach Bayern geführt wurde. Diese war auch etwas höhenkälter als am Wochenende und nachdem sich bereits am Vortag Quellwolken großflächig ausbilden konnten, war es am heutigen Montag dank zusätzlicher Labilisierung auch zu ersten Schauern und Gewittern gekommen. Nach anfänglich eher harmlosen Zellen, die wie am Fließband über Niederbayern und die Passauer Region hinwegzogen, ging es gegen Abend plötzlich ohne erkennbaren Grund um vieles intensiver zu. Dank 0-6 km Scherungswerten von über 30 m/s sprangen sogar die Tornado-Parameter leicht an und so bekam ich zum Tagesende sogar noch Besuch von einer Wallcloud samt Funnel!

Zunächst möchte ich auf das erste Gewitter des Tages, das ich verfolgte, eingehen. Es kam recht planmäßig um kurz vor 17:00 Uhr im Landkreis Freyung Grafenau an, nachdem ich auf dem Radar die Zellintensivierung verfolgt hatte.
Zwischen 16:50 und 16:55 kam es zu einigen Blitzentladungen, von denen jedoch keine die Erde traf.

Der Aufzug der jungen Böenfront, die Entfernung betrug hier noch gute 20 km Luftlinie:



Kontinuierliches Annähern des Gewitters. Es kristallisierte sich heraus, dass sich der Kern zunehmend nach Süden hin konzentrierte.



Die Böenfront schichtete sich langsam in mehrere Stockwerke, sodass ab dann von einer Shelfcloud gesprochen werden konnnte.

Bedrohliche Kulisse, während aber immer noch nahezu Windstille herrschte, da die Böenfront meinen Chasing Point noch nicht erreicht hatte.







Die Shelfcloud in der Detailansicht, von links nach rechts:







Massive Aufwindbasis im vorderen Bereich des Systems, während dahinter der Niederschlagskern heranzog:



Der typische Elefantenfuß im Downdraft: Da die von oben herabfallende, kalte und verbrauchte Luft unten am Boden auftrifft, weicht sie zur Seite hin aus und transportiert auch das Wasser mit (auf dem Foto von rechts nach links).



Oben im Bild die dunkle, bedrohliche Böenfront, links der Niederschlagskern und rechts unten eine niederschlagsschwächere Zone am Nordrand des Gewitters:



Solch schönen Kontraste sind immer wieder eine Wohltat für's Sturmjäger-Auge!



Chaotischer Gewitterhimmel:



Dann setzte sehr plötzlich starker, aber feiner Regen ein. Direkt über der Stadt Passau zeigte das Radar auch kurzzeitig kleinkörnigen Hagel an, womit dann die Entwicklung der Zelle ihren Höhepunkt erreicht hatte. Im Bild der Staffelberg nahe Hauzenberg.



Dies sollte der erste Streich gewesen sein. Nachdem ich den Abzug der Zelle bei Oberdiendorf noch etwas verfolgt hatte, machte ich mich mit der Ausbeute auf dem Weg nach Hause und begann mit der Auswertung und Bearbeitung des Foto- und Videomaterials.



Meine Arbeit wurde plötzlich unterbrochen durch einen lauten Donnerschlag in der Nähe meines Wohnortes. Ich sah aus dem Fenster und traute meinen Augen nicht, vor mir türmte sich eine waschechte Wallcloud auf! Es begann bereits leicht zu tröpfeln und so entschloss ich mich dazu, nicht mehr hinauszufahren, denn dies hätte nur Zeitverlust bedeutet. Warum groß in die Weite fahren, wenn das Baby genau über dich hinweg zieht (?) Bei den aktuellen Spritpreisen ...



Mit der Wallcloud war es aber noch lange nicht getan, die Entwicklung ging noch einen Schritt weiter und bildete eine Funnelcloud (Ansatz zum Tornado) aus. So viel Glück auf einmal ... Hätte mich der der Blitz nicht zum Zimmer-Fenster gelockt, ich wäre zu der Zeit immer noch am PC gesessen, mit der Bildbearbeitung beschäftigt gewesen und hätte dieses absolute Highligt versäumt! "Danke für das himmlische Zeichen, Petrus!"



Besser kann ein Pfingstwochenende wohl nicht enden.


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