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12. Juli 2017
Troggewitter mit schöner Böenfront


Chaser-Lexikon


Wahrscheinlich haben Sie in einem meiner Chasing-Berichte einen Begriff erhascht, den Sie noch nicht gehört haben. In meinem Wetterlexikon für Stormchaser versuche ich, jeden Begriff möglichst prägnant, aber dennoch verständlich zu erklären. Diese Seite wird fortlaufend ergänzt und Anregungen oder Ergänzungen zum Thema Extremwetter sind gerne willkommen!


Bedrohlicher Niederschlagsfuß einer alternden HP-Superzelle


Direkt zum Buchstaben: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T V W Z


A

Advektion

Das Heranführen von Luftmassen. Für die Unwettervorhersage ist vor allem Warmluft- und Feuchteadvektion interessant. Warmluftadvektion sorgt für ein Ausdehnen der Luftmassen und damit für Hebung, Feuchteadvektion führt das für die Kondensation nötige Wasser heran.

Altocumulus castellanus

Schäfchenwolken im mittelhohen Wolkenstockwerk. Das besondere an der Ausprägung castellanus ist, dass die Wölkchen eine größere vertikale Mächtigkeit besitzen als gewöhnliche Altocumulus. Treten sie schon früh am Morgen auf, so deutet dies auf erhöhte Gewittergefahr im Laufe des Nachmittages hin. Dabei lösen sie sich nach Sonnenaufgang meist sogar noch einmal auf und vor der Auslöse herrscht strahlend blauer Himmel.

Amboss

Erreichen die Aufwinde des Gewitterturmes die Tropopause, so stoßen sie dort an einen "Deckel", der weiteres Aufsteigen verhindert. Die Zelle geht in der Höhe dann zunehemd in die Breite. Gefahr von positiven Blitzen aus heiterem Himmel.

Anvil

siehe Amboss

Arcus

siehe Böenfront

Aufwind

Teil der Gewitterwolke, in der frische Warmluft angesaugt und hochtransportiert wird. Er dient der Zelle als Energiequelle und ist meist im südlichen oder vorderen Bereich zu finden.

Auslöse

Start der Konvektion. Die Auslöse wird bei der sogenannten Auslösetemperatur erreicht und äußert sich visuell in der Bildung von ersten Cumululuswolken.

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B

Bärenkäfig

Schafft es eine starke Mesozyklone, das Südwestende des FFD komplett um sich herumzuwickeln, so ist die Meso komplett im Regenvorhang verborgen. Befindet sich dort ein Tornado, kann dieser nicht mehr gesehen werden und wird dadurch um so gefährlicher.

Biberschwanz

Variante der Flanking Line, ebenfalls am Südteil des Inflows auftretend. Die Versorgungslinie des Gewitters erinnert durch ihre flache Ausprägung an den Schwanz eines Bibers.

Blindtrombe

Funnelcloud, die nicht bis zum Boden herabreicht und damit nicht als Trombe klassifiziert werden kann.

Blitz

Funkenentladung, die für den Ausgleich der elektrischen Spannungen innerhalb einer Gewitterwolke oder zwischen dieser Wolke und dem Erdboden führt.

Bow Echo

Ausprägung eines Gewitters, die erst im Radarbild richtig zur Geltung kommt. Die Niederschlagssignale nehmen dabei die Form eines Bogens (spiegelverkehrtes C) an, das von West nach Ost zieht und seine Form über hunderte Kilometern beibehalten kann.

Böenfront

Der Outflow eines Gewitters hebt die davor liegende, noch unverbrauchte Warmluft an, welche dann auskondensiert und eine linienhafte Wolkenbasis/Walze bildet. Die Böenfront selbst ist dann im Grenzbereich zwischen Niederschlag und Trockenbasis zu finden und kündigt Wind- und Sturmböen an.

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C

CAPE

Convective Available Potential Energy. Die Energie, die während des Konvektionsprozesses im Gewitter frei wird. Je höher die CAPE, desto stärker kann der Aufwind und damit auch das Unwetter werden.

CG

Cloud to Ground lightning. Ein klassischer Blitz, der von der Wolke in den Boden einschlägt. Die Ladungsübertragung von der Wolke herab findet dabei im Linienblitz in Form von Elektronen (CG-) oder Ionen (CG+) statt. Die Wucht einer positiven Ladung beträgt dabei ein vielfaches derer eines negativen (bis zu 1 Milliarde Volt!)

CC

Cloud to Cloud lightning. Die Entladung des Blitzes findet innerhalb einer Wolke statt und kann in Form von Crawlern oder Wetterleuchten auftreten.

Chaser

Englische Bezeichnung und Kurzform von Stormchaser. Zu Deutsch: Sturmjäger

CIN

Convective Inhibition. Bevor ein Luftpaket aufsteigen kann, muss der Vorgang durch die Aktivierungsenergie CIN gestartet werden. Je höher die CIN liegt, desto schwerer können Gewitter ausgelöst werden. Dann kann aber dafür umso heftiger krachen, da die gesamte Energie, die vorher nicht umgesetzt werden konnte, auf einmal frei wird.

Crawler

Wolkeninterner Blitz, der sich über große Teile des Himmels erstreckt und die Nacht zum Tag werden lässt. Crawler sind so groß, dass man ihre Ausbreitung auch ohne Zeitlupe mitverfolgen kann.

Corepunch

Direktes Hineinfahren in den Kern eines Unwetters (aktiv) oder sich davon überrollen lassen (passiv). Macht einen Heiden Spaß, ist aber für Amateure nicht zu empfehlen. Lebensgefahr!

Cumulus

Die Vorstufe zum Cumulonimbus, der späteren Gewitterwolke. Ein Cumulus ist nichts anderes als eine kompakte Haufenwolke und bildet sich durch Konvektion bei Erreichen der Auslösetemperatur.

Cumulonimbus

Meteorologisch für Schauer- oder Gewitterwolke.

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D

Debris Ball

Extrem hohes Radarsignal an der Mesozyklone. Die Signalstärke übertrifft dabei selbst extrem großen Hagel und lässt nur einen Schluss zu: Da befinden sich Autos und Trümmer (engl. debris) in der Wolke, dieses Gewitter wird von einem Tornado begleitet.

Deckel

siehe Inversion

Delta-T

Differenzmaß für die Temperaturabnahme mit der Höhe, meistens auf einem Drucklevel zwischen 850 und 500 hPa. Übersteigt die Temperaturdifferenz den Wert Delta T = 25 Kelvin, so hat man es normalerweise mit einer labilen Schichtung zu tun.

Downburst

Im kalten, schweren Abwind einer Zelle wird Niederschlag mit nach unten transportiert. Dieser Niederschlag verdunstet und kühlt die Luft noch stärker, bis sie noch schwerer wird und noch schneller strömt (positive Rückkopplung). Der Abwind wird schlussendlich so stark, das er verheerdende Zerstörungen anrichten kann.

Dryline

Sonderform einer Kaltfront, bei der es nach dem Frontdurchgang zu keiner Abkühlung, wohl aber zu einer Abtrocknung kommt. Drylines rufen oft heftige Gewitter hervor.

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E

Einzelzelle

Ausführliche Informationen zu diesem Begriff finden Sie in der Gewitterkunde.

Equilibrium Level

Ein ideal aufsteigendes Luftpaket steigt so lange auf, bis dessen Lufttemperatur die der Umgebungstemperatur entspricht. Das EL befindet sich in der Regel an der Tropopause, kann aber bei Inversionslagen auch tiefer liegen.

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F

Fakenado

Zusammengesetzter Kunstbegriff, bestehend aus "Faked Tornado". Gemeint ist damit nicht ein durch den Sturmjäger gefakedes Foto eines Tornados, sondern turbulente Wolkenfetzten, die einem Tornado verblüffend ähnlich sehen können. Siehe dazu auch Fractus.

FFD

Forward Flank Downdraft. Der Bereich nordöstlich einer Superzelle, in dem der Großteil der verbrauchten Gewitterluft aus großen Höhen wieder zu Boden sinkt. Der FFD geht mit intensiven Niederschlägen einher, die in der Regel zu lokalen Überflutungen führen.

Flanking Line

Die Versorgungslinie im Inflow einer Superzelle. An der Oberseite des Inflows bilden sich dabei Cumuluswolken aus, die zur Superzelle hin immer weiter wachsen und schließlich mit deren Aufwindbereich verschmelzen. Zu finden am Südende der Zelle.

Flash Flood

Fällt bei Gewittern mehr Wasser als der Boden in der gleichen Zeit aufnehmen kann, so fließt das Wasser oberflächennah ab. Bei extrem niederschlagsintensiven Zellen kann so innerhalb weniger Minuten eine regelrechte Flut auftreten, bei der Äcker, Straßen und Keller meterhoch unter Wasser stehen können. Flash Floods treten nur sehr eng begrenzt auf, meist sind nur Ortsteile oder wenige Dörfer davon betroffen, je nachdem, wo das Zentrum des Niederschlags entlanzieht. Nach dem Ende des Gewitters verschwindet das Wasser ebenso schnell wieder, wie es gekommen ist. Nicht zu verwechseln mit Hochwasser, das bei längeren Regenperioden überregional auftritt!

Fractus

Turbulente Wolkenfetzen unterhalb einer Wolkenbasis, oft nach dem Niederschlag aus Wäldern aufsteigend oder an der Böenfront herabhängend. Fractus kann bei großer Turbulenz durchaus das Aussehen eines Tornados annehmen, hat damit aber nichts zu tun.

Front

Eine Front trennt Luftmassen voneinander und ist in Bewegung, sodass an einem bestimmten Standort nach dem Frontdurchgang eine andere Luftmasse vorherrscht. Interessant sind Kaltfronten, da sie die Warmluft vor sich heben und so zu konvektiven Umlagerungen führen können.

Fujita-Skala

Einteilung von Tornados anhand Ihrer Stärke. Sie unterteilt sich in folgende Windgeschwindigkeiten:
F0: 63-117 km/h
F1: 118-183 km/h
F2: 184-255 km/h
F3: 256-334 km/h
F4: 335-420 km/h
F5: 421-508 km/h
Ein F0 bricht kleine Äste von Bäumen ab, ein F5 macht Häuser dem Erboden gleich.

Funnel Cloud

Sichtbarer Wirbel unterhalb einer Cumulus- oder Cumulonimbuswolke, deren Ende den Boden erreichen kann oder nicht. Ist dies der Fall, spricht man auch von einem Tornado, wobei ein Tornado keinen Funnel bis zum Boden voraussetzt (Der Wirbel an sich ist unsichtbar, da Luft!)

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G

Graupel

Festniederschlag aus einer Cumulonimbus- oder Cumuluswolke. Die Korngröße beträgt dabei meist unter 5 mm und die Körner sind von weicher Konsistenz. Wird im Volksmund oft fälschlich als Hagel bezeichnet (siehe Hagel).

Gustnado

An der Böenfront treten oft starke Turbulenzen auf, die sich auch bis zum Boden hin fortsetzten können. Dabei kann es passieren, dass bodennah überhitzte Luftblasen rasch aufsteigen und Staub aufwirbeln. Gustnados sind Kleintromben und haben, auch wenn sie äußerlich ähnlich sind, mit Tornados nichts zu tun.

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H

Hagel

Festniederschlag aus einer Cumulonimbuswolke. Durch die starken Aufwinde werden Eiskerne so lange in der Schwebe gehalten, bis die Korngröße mindestens 5 mm erreicht (darunter siehe Graupel). Im Extremfall Korngrößen von über 10 cm möglich!

Hagelflieger

Spinner, die glauben, wenn man ein bisschen Silberjodid in eine Gewitterwolke impft, kann man damit Hagelunwetter verhindern. Dass sie aber im Verhältnis zu einem großen Gewitter kleiner sind als eine Ameise vs. Elefant, erkennen sie dabei nicht. Wenn ein Hagelgewitter aufgrund natürlicher Umstände seinen Hagelschlag einstellt, sagen sie, das sei ihr Verdienst gewesen.

Haboob

Besonders nach längerer Dürre kann es passieren, dass ein Gewitter mit seiner Böenfront eine regelreche Staubwolke vor sich herschiebt. Diese kann Außmaße annehmen, die die Zelle selbst in den Schatten stellen. Der Tag kann dann zur Nacht werden und die Sicht liegt bei 0. In Mitteleuropa wird dieses Ereignis dank der klimatischen Bedingungen nicht beobachtet.

Hook Echo

Führt die runde Meso einer Superzelle den Niederschlag teilweise um sich herum, so entsteht im Niederschlagsradar ein Bogen/Haken (engl. hook). Bildet die Zelle einen Tornado aus, findet man ihn innerhalb des Hooks, und zwar dort, wo es endet.

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I

Impulsgewitter

Produziert eine Zelle innerhalb weniger Augenblicke starke Aufwinde, die sich wieder rasch legen, aber dennoch in der kurzen Zeit beachtliche Hagelkörner und weitere Begleiterscheinungen hervorrufen, spricht man vom Pulsgewitter. In der Regel handelt es sich um Einzelzellen bei hoher Labilitätsenergie.

Inflow

Bereich des Gewitters, in dem feuchte Warmluft in die Zelle eingesogen wird. Er geht fließend in den Aufwindbereich über, welcher die Luft nach oben weitertransportiert.

Inversion

Nimmt die Temperatur mit der Höhe zu anstatt ab, so ist sie stabil geschichtet. Konvektive Luftpakete verhungern auf ihrem Weg nach oben und nur sehr starke Aufwinde sind in der Lage, diesen Deckel zu durchbrechen. Inversionen haben hohe CIN-Werte zur Folge.

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J

Jetstream, Jet

Den Globus umspannende Bänder mit sehr hohen Windgeschwindigkeiten in größeren Höhen. Jestreams sind der Motor des Wetters. Ein Jet über einem Vorhersagegebiet bedeutet in der Regel gute Windscherung in den oberen Bereichen eines Gewitters. Siehe Scherung.

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K

Kaltfront

siehe Front

Kaltluftgewitter

siehe Luftmassengewitter

Komma

Altert ein Bow Echo, so bildet sich im nördlichen Teil in der Radarsignatur oft ein Knick, der das Gesamterscheinungsbild einem Komma ähneln lässt. Das Bow Echo wird sich beim Einknicken zum Komma in naher Zeit auflösen.

Konvektion

Ist die bodennahe Luftschicht im Vergleich zur darüberliegenden übermäßig erwärmt, steigt sie auf. Bei diesem Prozess findet der Energietransport statt, der das Gewitter auslöst und am Leben erhält.

Konvergenz

Treffen Luftmassen aus unterschiedlichen Windrichtungen an einer Linie aufeinander, so werden sie zum Aufsteigen gezwungen. Dies ist im Sommer oft vorderseitig von Kaltfronten der Fall. An der Konvergenz wird die Luft gehoben und bildet Gewitterwolken. An der Kaltfront selbst ist die Luft dann meistens schon "raus" und es kommt nur mehr zu Regen und einzelnen Blitzen.

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L

Labilität

Eine Luftmasse ist dann labil geschichtet, wenn die Temperatur mit der Höhe unverhältnismäßig stark abnimmt. Dies ist eine der Grundvoraussetzungen für die Zellbildung, da nur unter einer solchen Schichtung warme Bodenluft aufsteigen kann. Siehe CAPE.

Landspout

Tornado vom Typ II. Diese Tornadoart ist nicht an eine Mesozyklone gebunden und entsteht durch Streckung eines bodennahen Wirbels unterhalb eines Aufwindes. Die Stärken und damit einhergehenden Schäden sind meist kollateral.

Lapse Rate

siehe Delta-T

Leftmover

Bei einem Stormsplit entstehen zwei Superzellen mit jeweils unterschiedlichem Drehsinn. Die nördliche Zelle rotiert im Uhrzeigersinn und schert auf ihrem weiteren Weg nach Osten in Richtung Norden aus, was in Blickrichtung relativ zum Gewitter links ist. Meist kommt es aber garnicht erst so weit, da Leftmover nach dem Stormsplit im Schatten der südlichen Zelle von der Warmluftzufuhr abgeschnitten werden und daher rasch verhungern (auf der Nordhalbkugel).

Luftmassengewitter

Labilisierung und damit gewitterfördernd sind zwei Konstellationen der Luftschichtung: Einerseits kann die Höhenluft zu stark abgekühlt sein (HKL), in diesem Fall bilden sich Kaltluftgewitter. Sie zeigen sich oft durch große, weiße Schirme mit Graupelniederschlag und treten im Winter und Frühling auf ("Aprilwetter").
Andererseits ist es möglich, dass die untere Schicht zu stark erwärmt wird, was zu Wärmegewittern führt.
Das Pendant zum Luftmassengewitter ist das Frontgewitter.

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M

Mammatus

Erscheinung an altenden Schirmen, meist von starken Gewittern oder auch bei Kaltluftzellen zu beobachten. Der Schirm bildet dabei Ausbeulungen nach unten aus. Diese erinnern an, naja, der Name sagts ja.

Mesozyklone, auch Meso

Aufwind eines Gewitters, der durch Scherung oder andere äußere Einflüsse in Rotation versetzt wurde. Besteht in einem gut organisiertem Gewitter eine Mesozyklone länger als 30 Minuten, verleiht sie ihr den Status der Superzelle. An Mesos besteht in der Regel erhöhte Unwettergefahr, unter anderem auch durch Tornados.

MCS / MCC / MCV

Ausführliche Informationen zu diesen Begriffen finden Sie in der Gewitterkunde.

Microburst

Downburst, der in der Ausdehnung ein Maß von 4 km nicht überschreitet. Microbursts sind meist sehr intensiv und verursachen Schadensbilder wie Tornados, treten sie nachts auf, ist eine Unterscheidung der Schäden oft gar nicht möglich. Viele Tornadoberichte in den Medien sind in Wirklichkeit auf Microbursts zurückzuführen.

Multizelle

Ausführliche Informationen zu diesem Begriff finden Sie in der Gewitterkunde.

Multivortex

Ein aus mehreren Tornado bestehendes System. Die Tornados umkreisen einen gemeinsamen Mittelpunkt, lösen sich teilweise auf und regenerieren sich an anderer Stelle im nu wieder neu (chaotisch). Je nach Anzahl der Teil-Tornados spricht man auch von Doublevortex, Triplevortex, etc.

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N

Nowcast

Kürzestfrist. Die Live-Wettervorhersage, die sich vom aktuellen Geschehen bis ein paar Stunden im Voraus abspielt. Gewitter können oft keinen halben Tag vorausprognostiziert werden, weshalb Nowcast einen besonderen Nervenkitzel darstellt.

Niederschlagsfuß

Bei Gewitterzellen mit besonders starkem Niederschlagskern und somit auch starkem Abwind, wird, dort, wo er auf den Boden auftrifft, der Niederschlag zur Seite hin weg gedrückt. Von weiterer Entfernung sieht dieses Phänomen oft aus wie ein gigantischer Fuß aus der Gewitterwolke.

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O

Orographie(gewitter)

Die Orographie eines Gebirges kann für die Gewitterbildung günstig sein. Feucht-warme Luftmassen gleiten dabei am Berghang hoch und tropfen am Kamm des Hanges nach oben hin ab. Beim Aufstieg des Luftpakets kommt es dabei zu Kondensation und schließlich zu Konvektion, was bei günstigen Energiewerten in einem Gewitter enden kann.

Outflow

Bereich des Gewitters, aus dem die gealterte, verbrauchte Luft herausströmt. Der Outflow ist im Bereich des Downdrafts zu finden und transportiert die Luft ab, die von diesem aus der Höhe herabtransportiert wird.

Overshooting Top

Ist der Aufwind im Gewitter sehr stark, so kann er auch die Tropopause durchbrechen. In diesem Falle bildet sich über dem Amboss noch einmal eine cumulusartige Beule aus. Höchste Gefahr von Unwettern.

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P

Pannus

Größere Cumulus oder Cumulonimbuswolken werden oft von kleineren Wolken auf ihrerer Unterseite begleitet, die sich im Aufwindbereich unterhalb der Wolkenbasis befinden.

Pseudo-Kaltfront

Die trockene Luft des Outflows des RFD wird um die Mesozyklone herumgeführt. Die Luftmassengrenze wird von dieser Pseudokaltfront genannten Grenze markiert, da sie ähnliche Eigenschaften wie eine großskalige Kaltfront hat.

Pseudo-Warmfront

Analag dazu gibt es an der Superzelle diese Front südlich des FFD. Die Front schiebt sich dabei in Richtung des FFD und in Richtung Mesozyklone. Zwischen Pseudo-WF und Pseudo-KF befindet sich der Inflow-Bereich mit warmer, unverbrauchter Luft.

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Q

quasistationär

Ein Gewitter oder auch eine Front gilt dann als quasistationär, wenn sie auch innerhalb eines größeren Zeitraums (ist nicht genau definiert) die Position nur geringfügig ändert. Da vor allem Gewitter immer auch mit viel Niederschlag verbunden sind, bergen quasistationäre Zellen unter anderem ein erhötes Risiko von Flash Floods. Bei großskaligen, stationären Systemen können auch regionale Hochwasser auftreten.

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R

RFD

Rear Flank Downdraft. Trockener Abwind am Westrand einer Mesozyklone, vorzugsweise an Superzellen auftretend. Wickelt sich der RFD um die Mesozyklone herum, so kann dies die Tornadobildung begünstigen.

Rightmover

Bei einem Stormsplit entstehen zwei Superzellen mit jeweils unterschiedlichem Drehsinn. Die südliche Zelle rotiert gegen den Uhrzeigersinn und schert auf ihrem weiteren Weg nach Osten in Richtung Süden aus, was in Blickrichtung relativ zum Gewitter rechts ist. Die Rightmover-Superzelle ist auf der Nordhalbkugel am häufigsten anzutreffen, da sie nach dem Storm Split in südlicher Stellung steht und dort die meiste Warmluft zur Verfügung steht.

Rollcloud

Löst sich die Shelfcloud vom alternden Gewitter, so bildet sie eine horzizontal um sich selbst rotierende Walze, die oft eindrucksvolle Anblicke beschert. Das Gewitter kann sich zu diesem Zeitpunkt bereits lange aufgelöst haben.

Rope Tornado

Tornado, der durch seine schnurdünne Ausprägung auffällt. Das Rope-Stadium erreicht ein Tornado oft während seines Auflösungsprozesses. Der Wirbel wird dann so dünn, bis er abreißt und in mehrere Teile zerfällt. Das Gegenteil zum Rope ist der Wedge Tornado.

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S

Scherung

Windzunahme oder Richtungsänderung der vorherrschenden Strömung mit der Höhe. Scherung ist wichtig für die Bildung von starken Gewittern, da sie Auf- und Abwindbereich voneinander trennt und den Drehimpuls für eine potentielle Mesozyklone liefert.

Schirm

Der Amboss geht mit zunehemdem Alter der Zelle immer mehr in die Breite und vereist schließlich. Im Endstadium kann er große Teile des Himmels bedecken, selten auch den ganzen. Das Gewitter an sich kann dann noch hunderte Kilometer entfernt sein.

Shelfcloud, auch Shelf

Böenfront im fortgeschrittenem Stadium. Sind Dynamik die Hebungsvorgänge an der Böenfront intensiver, so bildet sie mehrere Schichten (Stockwerke) aus, die durch hellere Linien abgegrenzt werden.. Ab diesem Zeitpunkt wird die sie als Shelfcloud bezeichnet.

Squall Line

Ausführliche Informationen zu diesem Begriff finden Sie in der Gewitterkunde.

Storm Split

Prozess, bei dem sich eine noch junge Gewitterzelle in zwei Hälften mit jeweils entgegengesetztem Drehsinn teilen. Als Ergebnis erhält man immer zwei Superzellen, siehe Rightmover und Leftmover.

Superzelle

Ausführliche Informationen zu diesem Begriff finden Sie in der Gewitterkunde.

Es gibt LP-Superzellen mit wenig bis gar keinem Niederschlag, klassiche Superzellen und HP-Superzellen mit mächtigen Niederschlagskern (Überflutungsgefahr).

Storm Motion

Die Bewegungsrichtung des Gewitters. Sie wird in der Regel festgelegt von der Hauptwindrichtung im mittelhohen Wolkenstockwerk.

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T

Tailcloud

Stark verlängerter Teil der Wallcloud, der zum Niederschlagsbereich hin zeigt. Oft in Richtung Niederschlag hin schmäler werdend und herabhängend. Dieses Herabhängen erklärt sich durch das tiefere Kondensationsniveau nahe des Niederschlagsbereiches (mehr Feuchte).

Taupunkt

Die Temperatur, bei der die Umgebungsluft mit Wasserdampf gesättigt ist. Steigt ein Luftpaket konvektiv auf, so kühlt es sich so lange ab, bis es den Taupunkt erreicht und Wasser ausscheidet. Ab diesem Höhenlevel findet Kondensation statt. So lässt sich mit Hilfe des Taupunktes u. a. die Wolkenbasishöhe berechnen.

TCU

Abkürzung für Towering Cumulus. Ist die Labilität sehr hoch, schießen Cumuluswolken oft höher in den Himmel, als sie vertikale Mächtigkeit haben. Oft entstehen so regelrechte Türme. TCUs am Morgen zeigen nach den Castellanus-Wolken gute Gewitterchancen an.

Thermik, auch Blauthermik

Allgemein wird damit Trockenkonvektion bezeichnet. Blauthermik wird vom blauen Himmel hergeleitet, der währenddessen herrscht. Sie tritt vorwiegend bei zu trockener Witterung auf und entsteht durch Temperaturunterscheide zwischen Boden und höheren Luftschichten. Erreicht eine Thermikblase das Kondensationsniveau, spricht man ab dann von Feuchtkonvektion.

Theta-E

Eine virtuelle Temperatur, die einerseits die absolute Temperatur, andererseits auch die Feuchte in der Luft berücksichtigt. Im Allgemeinen handelt es sich um die Temperatur, die erreicht wird, wenn der gesamte Wasserdampf der Luft auskondensiert und die Kondensationswärme dazuaddiert wird. Bei guten Gewitterlagen werden nicht selten Theta-E-Werte von 70°C berechnet.

Tornado

Rotierende Luftsäule im Aufwindbereich, die durch Wirbelstreckung eines Drehimpulses der Luft entsteht. Die Streckung kann auf zwei Arten erfolgen:
Der Drehimpuls der Mesozyklone einer Superzelle wird nach unten hin fortgesetzt (Tornado Typ I).
Ein bodennaher Konvergenzwirbel gerät in den Aufwindbereich einer Schauer- oder Gewitterwolke und wird nach oben gezogen (Tornado Typ II, siehe auch unter Landspout)

Trockengewitter

Vor allem bei Einzelzellen ist es möglich, dass die Blitze vom Aufwind heraus zucken und in trockene Gebiete einschlagen, wobei der Niederschlag einige Kilometer entfernt niedergeht. So können vor allem Waldbrände entstehen, da auf die Blitzschläge kein Regen mehr folgt, der diese löschen könnte. Gewitter gehen aber immer mit Niederschlag einher - auch wenn dieser woanders fällt - wodurch der Begriff eigentlich irreführend ist.

Trombe

Luftwirbel, die durch Trockenkonvektion (Kleintrombe - z. B. Staubteufel in den Wüsten) oder Feuchtkonvektion (Großtrombe = Tornado) entsteht.

Tropopause

Inversion am Ende der Troposphäre (Zone der Atmosphäre, in der das Wettergeschehen stattfindet). Sie gilt als Obergrenze der Gewittertürme und kann nur von sehr starken Aufwinden durchbrochen werden (siehe Overshooting Top). Sonst ist sie eine unüberwindbare Inversion.

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V

V-Notch

Radarsignatur einer klassichen Superzelle, bei der der FFD die Form eines nach rechts geneigten V annimmt.

Virga

Kommt es aus einer konvektiven Wolke zu Niederschlag und ist gleichzeitig die untere Luftschickt sehr trocken, so verdunstet der Regen während des Falls zum Boden. Im Himmel erkennt man dabei herabfasernde Fasern, die die Erde nicht erreichen.

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W

Wedge Toradno

Tornado, der "breiter ist als hoch". Mit Höhe ist in dem Fall die Distanz zwischen Erdboden und Aufwindbasis oder Wallcloud gemeint. Diese Tornadoart wird in der Regel nur ab der Kategorie Fujita 3 aufwärts erreicht, da schwächere Tornados eher nicht in der Lage sind, in solch enormem Maß auszukondensieren. Das Gegenteil zum Wedge ist der Rope Tornado.

Wallcloud

Saugt eine starke Gewitterzelle Luft aus dem Niederschlagsbereich an, so ist die dort angesogene Luft feuchter und kondensiert daher schneller aus. Die Folge ist eine zusätzliche tiefere Wolkenbasis unterhalb des Aufwindbereichs.

Warmluftgewitter

siehe Luftmassengewitter

Wasserhose, Waterspout

Besonders im Herbst und Winter kommt es zu Konvergenzen über großen, noch warmen Gewässern. Dabei Entstehen oft Tornados vom Typ II über Wasser. Wie beim Landspout bedarf es bei diesem Prozess keiner Mesozyklone - Es reicht, wenn ein bodennaher Wirbel durch einen Aufwind nach oben gestreckt wird.

Wetterleuchten

Ein Gewitter, das so weit entfernt ist, dass man den Donner der Blitze nicht mehr hört. In gemütlichen Sommernächten bieten sich bei günstigen Bedingungen herrliche Ausblicke vom Balkon. Das Wetterleuchten kann dabei den ganzen Sternenhimmel erhellen.

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Z

Zelle

Ergebnis des Konvektionsprozesses. Oft verallgemeinernd für das Gewitter an sich, jedoch kann ein Gewitter auch aus mehreren Zellen bestehen.

Zyklonale Rotation

Rotation einer Gewitterzelle entgegen dem Uhrzeigersinn, wichtig im Zusammenhang mit Superzellen. Rotation im Uhrzeigersinn tritt bei Leftmovern auf und wird als antizyklonal bezeichnet.

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Niederschlag


Blitze


Unwetterwarnungen


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