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5. Januar 2012
Schneesturm durch Orkan Andrea
0,30 Mio. Besucher
seit dem 01.01.2010



Stormchasing


Das Wort "Stormchasing" ist eines der wenigen auf Mutter Erde, die man auch tatsächlich beim Wort nehmen kann. Denn wie der englische Name bezeichnet auch der deutsche Begriff Sturmjagd eine sehr interessante Freizeitaktivität - hat man es doch hierbei nicht mit weniger als einer großen Naturgewalt zu tun.
Die Ursprünge dieses Hobbys finden sich in den Vereinigten Staaten. Hier sind nicht nur die Menschen etwas extremer ausgerichtet in ihrer Freizeitgestaltung, sondern auch das Wetter selbst bietet hier oft optimale Bedingungen für viel Nervenkitzel.

Wenn von den Supercomputern in ihren Modell-Läufen die ersten Gewitterzellen gerechnet werden, es am Horizont plötzlich tiefschwarz wird und sich die Tiere in den Wald zurück verziehen, werden Sturmjäger erst aktiv, packen ihre Kamera aus und setzen sich in ihr Auto - das Chasing Car. Und dann geht es auch schon los. Zuerst wird das Gewitter selbst von der sicheren Ferne genau unter die Lupe genommen und auf eventuelle Rentabilität hin geprüft. Sollte es sich lohnen es zu jagen, geht es ohne große Überlegungen auch schon hinein in den Gemüse. Dann geht es darum, möglichst viel vom Wettergeschen mitzuerleben und es auch zu dokumentieren, um sich mit anderen Wetterbegeisterten auszutauschen.

Gejagt wird oft mit herkömmlichen Autos und ohne großen technischen Aufwand - sprich mit billigem Gebraucht-PKW und Kamera. Da Gewitter und Unwetter oft sehr gefährlich sein können, lässt man teuere Ausstattung aus Gründen des Schadensrisikos lieber außer Diskussion. Eingefleischte Sturmjäger aber, die ihr Leben voll und ganz dem Stormchasing gewidmet haben, weisen teilweise eine grenzenlose Fantasie auf, wenn es um das äußere Erscheinungsbild geht. Da fahren dann nicht selten regelrechte Geschütze auf den Highways herum, in ihrem inneren ausgestattet mit den modernsten Messinstrumenten zur Analyse der Gewitter und Tornados.


Ein Panzergeschütz der kanadischen Armee? Nennen wir es lieber Chasing Car Marke Eigenbau!
Mit freundlicher Genehmigung von George Kourounis.

Das Hauptziel eines jeden Sturmjägers ist natürlich, zumindest einmal im Leben einem Tornado gegenüberzustehen und ihn auf ein Foto oder Video zu verbannen. Dieses Ziel wird in den USA sehr oft erreicht, denn die Bedingungen für Windhosen sind in der dortigen Tornado Alley alles andere als miserabel. Organisierte Führungsfahrten für Touristen gehören zum Alltag eines etablierten amerikanischen Sturmjägers und die Anzahl der potentiellen Kunden steigt Jahr für Jahr, werden die Wirbelstürme doch dank Klimawandel in Zukunft häufiger auftreten.


Eine typische amerikanische Touristengruppe während der Jagd.
Mit freundlicher Genehmigung von Charles Edwards.

Nun findet das Hobby der Sturmjagd auch in Deutschland mehr und mehr Anhänger. Diese Entwicklung ist keinesfalls eine kurzfristige Modeerscheinung, sondern sie wird dadurch verursacht, dass der Klimawandel hierzulande mehr und mehr in den Köpfen der Bürger Einhalt findet. Naturgewalten werden häufiger, die Zerstörungen dadurch heftiger und somit steigt zwangsläufig auch der Nervenkitzel bei den Beobachtern. Das Interesse an Sturmjagden steigt jährlich, so verwundert es auch nicht, dass in unserer Szene immer wieder neue Gesichter und Webseiten auftauchen.

Wer weiß, vielleicht sind Sie der nächste, der, mit einer Hand das Autolenkrad und mit der anderen die Kamera haltend, dem Unwetter hinterher rast!

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