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12. Mai 2017
Stationäre Nachtgewitter über dem Großraum Passau


Stormchasing


Das Wort "Stormchasing" ist eines der wenigen, die man auch tatsächlich beim Wort nehmen kann. Denn wie der englische Name bezeichnet auch der deutsche Begriff Sturmjagd eine sehr interessante Freizeitaktivität - hat man es doch hierbei nicht mit weniger als einer großen Naturgewalt zu tun.
Die Ursprünge dieses leicht verrückten Hobbys finden sich in den Vereinigten Staaten. Hier sind nicht nur die Menschen etwas extremer ausgerichtet in ihrer Freizeitgestaltung, sondern auch das Wetter selbst bietet hier oft optimale Bedingungen für viel Nervenkitzel und Adrenalin.

Wenn von den Supercomputern in ihren Modell-Läufen die ersten Gewitterzellen gerechnet werden, es am Horizont plötzlich tiefschwarz wird und sich die Tiere in den Wald zurück verziehen, werden wir Sturmjäger erst aktiv, packen unsere Kamera und Camcorder aus und setzen uns in unser Auto - das Chasing Car. Zuerst wird das Gewitter selbst aus sicherer Entfernung genau unter die Lupe genommen. Aus diesem Grunde führen wir stehts ein internetfähiges, mobiles Gerät mit uns, das es erlaubt, Live-Wetterdaten abzurufen. Das Gewitter sollte einerseits darauf geprüft werden, ob es sich überhaupt lohnt, zu Chasen, oder ob das Unwetter nicht sogar zu gefährlich werden könnte. Es gibt keine Checkliste, die man von oben nach unten durchgehen kann, aber folgende Stichpunkte sind dabei oft recht hilfreich:

  • Befindet sich das Gewitter noch längere Zeit im aktiven Stadium?
  • Zieht es in meine Richtung oder muss ich hinterherfahren?
  • Welche Gefahren können mit im Spiel sein?
    etc.

    Gejagt wird oft mit herkömmlichen Autos und ohne großen technischen Aufwand - sprich mit billigem Gebraucht-PKW und Kamera. Da Gewitter und Unwetter oft sehr gefährlich sein können, lassen wir teuere Ausstattung aus Gründen des Schadensrisikos lieber zu Hause. Viel technischer Schnick-Schnack lenkt auch nur vom Wettergeschehen ab, schließlich findet das Gewitter am Himmel statt und nicht am Computerbildschirm. Eingefleischte Sturmjäger aber, die ihr Leben voll und ganz dem Stormchasing gewidmet haben, weisen teilweise eine grenzenlose Fantasie auf, wenn es um das äußere Erscheinungsbild geht. Da fahren dann nicht selten regelrechte Panzergeschütze auf den US-Highways herum, in ihrem Inneren ausgestattet mit den modernsten Messinstrumenten zur Analyse der Gewitter und Tornados.


    Ein Panzergeschütz der kanadischen Armee? Nennen wir es lieber Chasing Car Marke Eigenbau!
    Mit freundlicher Genehmigung von George Kourounis.

    Das Hauptziel eines jeden Sturmjägers ist natürlich, dem ultimativen Unwetter Auge in Auge gegenüberzustehen und es auf ein Foto und Video zu verbannen. Dieses Ziel wird in den USA sehr oft erreicht, denn die Bedingungen für Superzellen und Tornados sind in der dortigen Tornado Alley alles andere als miserabel. Organisierte Führungsfahrten für Touristen gehören zum Alltag eines etablierten amerikanischen Sturmjägers und die Anzahl der potentiellen Kunden steigt Jahr für Jahr, werden die Wirbelstürme doch "Dank" Klimawandel in Zukunft häufiger auftreten. Von erfahrenen Chasern werden organisierte Touren in die Gewitterstürme angeboten und die Touristen sind hin und weg von der Faszination eines Gewitters.

    Nebenbei sind Sturmjäger aber auch für die breite Bevölkerung eine große Hilfe: Sind wir unterwegs und haben ein gefährliches Unwetter ausgemacht, geben wir unsere Beobachtungen auch an Wetterdienste weiter, die dadurch ihre Warnungen präsizieren können. Das Netz aus automatischen Wetterstationen ist bei uns zwar so gut wie lückenlos - doch es gibt nichts, das einen Beobachter vor Ort ersetzen kann. So melde ich beispielsweise für den Deutschen Wetterdienst und die Unwetterzentrale Deutschland.


    Eine typische amerikanische Touristengruppe während der Jagd.
    Mit freundlicher Genehmigung von Charles Edwards.

    In den letzten Jahren findet das Hobby der Sturmjagd auch in Deutschland mehr und mehr Anhänger. Diese Entwicklung ist keinesfalls eine kurzfristige Modeerscheinung, sondern sie wird dadurch verursacht, dass der Klimawandel hierzulande mehr und mehr in den Köpfen der Bürger Einhalt findet. Naturgewalten werden häufiger, die Zerstörungen dadurch heftiger und somit steigt zwangsläufig auch der Nervenkitzel bei den Beobachtern. Betont sei dabei, dass die unsere Faszination nicht von den Zerstörungen an sich ausgeht, sondern von der Naturgewalt!

    Und wer weiß, vielleicht sind Sie ja der nächste, der einem Unwetter hinterher rast?!


  • Niederschlag


    Blitze


    Unwetterwarnungen


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